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Konzertkritik

01.01.2015, Siegen, St.-Michael-Kirche, Benefizkonzert für "Utho Ngathi"

Siegener Zeitung, 05.10.2015

Die Stimme des Herzens

Siegen Gospel Choir gab Benefizkonzert für Utho Ngathi

Dass das Recht, ein würdevolles Leben zu führen, nicht überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit ist, wird von den meisten Menschen als unvermeidbare Realität akzeptiert. Nicht so von Andreas Wörster, der vor 25 Jahren ins südliche Afrika zog, um im Auftrag des CVJM mit jungen Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen. Eine Aufgabe, die ihn derart bewegte, dass sie seinen weiteren Lebensweg entscheidend bestimmte. Denn der Siegerländer entschied sich, in der afrikanischen Region zu bleiben und vor allem Menschen mit Behinderungen in entlegenen Gebieten des südlichen Afrika zu helfen. Eine Aufgabe mit einer Vision, bei der er seit dem Jahr 2000 von Masauso Phiri tatkräftig unterstützt wird und aus der im Jahr 2005 der Verein Utho Nghati Südliches Afrika entstand, der – was bereits der afrikanische Name ausdrückt – zeigen möchte, wie wertvoll alle Menschen füreinander sind.

Ein Wert, dessen Aufmerksamkeit verdient, was am Donnerstagabend durch ein Benefizkonzert des Siegen Gospel Choir und Helmut Jost stimmkräftig unterstrichen wurde. Denn zahlreiche Zuhörer waren in die St.-Michael-Kirche nach Siegen gekommen, um ein tolles Gospelkonzert zu erleben, aber auch, um kräftig zu spenden. Der schweißtreibende Albtraum der 2. Vorsitzenden des Vereins, Daniela Spies, dass nur fünf Leute im Kirchenschiff sitzen würden, erwies sich als völlig unbegründet. So konnte sie erleichtert einen bewegten Abend wünschen – womit nicht nur die im Takt wippenden Füße angesprochen waren. Denn die sind bei einem Konzert des Siegen Gospel Choir und Helmut Jost obligatorisch.

„Come Into This House“ forderte noch einmal zum Eintritt auf, bevor „In The Name Of The Father“ musikalisch ausdrückte, womit kirchliche Veranstaltungen in der Regel beginnen. Er sei froh, heute Abend hier zu sein, betonte Helmut Jost und er gab wie immer mit seiner unverkennbaren Soulstimme alles, um Menschen zu überzeugen, das Gottvertrauen Trost spenden kann. Ob mit „I Will Never Forsake You“ oder „Lord We Pray“ – Jost vermittelt seine Überzeugungen stets durch Musik, die ankommt und die er an diesem Abend gerne zur Unterstützung von Utho Ngathi präsentierte.

„Wir sind total begeistert, dass wir so viele Freunde haben“, freute sich Andreas Wörster, der – begleitet von seinem Partner Masauso Phiri – Utho Ngathis „Long Road To Change“ (lange Straße zur Veränderung) eindrucksvoll beschrieb. Das südliche Afrika als eine Region der Gegensätze zwischen Reich und Bettelarm, zwischen Menschen, deren Probleme laute Pinguine am Traumstrand vor ihrer Villa sind, und solchen, die seit Jahren behindert und unbeobachtet in ihrer Hütte vegetieren. Eines machte Wörster mit seinem von Dias untermalten Vortrag klar – finanzielle Hilfe ist hier zwingend notwendig, um den behinderten Menschen vor Ort ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und Freude zu bereiten.

Freude, die auch der Siegen Gospel Choir und Helmut Jost durch Songs der CD „Free At Last“ im zweiten Teil vermittelten. „Die Stimme des Herzens“ hörbar zu machen, war das Vorhaben, das sie mit „Land der Väter“, „Sunday Morning“ oder auch „Was, wenn Gott das alles sieht“ eindrucksvoll umsetzten.

„Der Gospelchor hat den heutigen Abend richtig festlich gemacht“, freute sich Daniela Spies deshalb zum Abschluss des Benefizkonzerts, dem Jost mit „God Is Able“ und einem Segenslied noch ein musikalisches und emotionales Sahnehäubchen aufsetzte. Eine bemerkenswerte, fast dreistündige Benefizveranstaltung, der bereits einen Tag später ein Missionsabend beim CVJM Klafeld mit Andreas Wörster und Masauso Phiri folgte.


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