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Konzertkritik

24.01.2016, Wilnsdorf, Katholische Kirche St. Martinus, Benefizkonzert für "Ekukhanyeni"

Siegener Zeitung, 27.01.2016

Im Zeichen Südafrikas
Benefizveranstaltung für den Verein "Ekukhanyeni e.V." von Helga Josche

Die Musik besorgte Helmut Josts Siegen Gospel Choir nit dem Musical "Free At Last"

Das Leben ist nicht immer leicht. Davon kann Helga Josche ein Lied singen. Vor sechs Jahren ging die Wilnsdorferin nach Südafrika, um sich dort nach einem bewegten Leben um Waisenkinder zu kümmern. Das war exakt drei Jahre nach dem sie den Jakobsweg gegangen war, der ihr förmlich den Weg zum schwarzen Kontinent gewiesen hat. Dort gründete sie auch den Verein "Ekukhanyeni – Hilfe für Waisenkinder in Südafrika e.V." und widmete sich seit dem mit zahlreichen Hilfsprojekten den vielen verlassenen Kinder in einer Gegend, in der kein Tourist seinen Fuß auf den Boden setzen würde.

Doch Hilfe ist auch immer abhängig vom Geld. Denn ohne läuft nichts in Afrika. Spenden, die zur Finanzierung gebraucht werden sind dringend von Nöten und so verbindet Helga Josche ihren Besuch über Weihnachten nicht nur damit, ihr Visum für Afrika zu verlängern, Familie und Freunde zu besuchen, sondern nützt auch die Zeit auch, um sich intensiv um Spender und Gönner zu kümmern und um Aufklärungsarbeit zu leisten.

Auch in diesen Tagen war "Lizy", wie sie die Kinder in Afrika liebevoll nennen, wieder für zwei Monate in der Wielandgemeinde. Und wie schon in den vergangenen Jahren organisierte sie auch diesmal wieder mit Unterstützung der örtlichen KFD und der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus ihre schon bekannte Benefizveranstaltung & Konzert zu Gunsten von "Ekukhanyeni".

Diesmal hatte sie den Siegen Gospel Choir um Chorleiter Helmut Jost für die musikalische Unterstützung mit ins "Kirchenschiff" geholt. Wohl wissend, dass Helmut Jost mit "Free at last – eine südafrikanische Geschichte" genau die passende musikalische Geschichte zu ihren Berichten hatte. Tief beeindruckt zeigte sich dann auch Helga Josche am Sonntagnachmittag von der großen Resonanz im örtlichen katholischen Gotteshaus. Über 200 Besucher, mit so vielen hatte sie gar nicht gerechnet, waren zum Info- und Konzertabend in die St. Martinus Kirche gekommen. "Ganz toll, ich bin überrascht, das so viele gekommen sind", freute sich die Ekukhanyeni-Vereinsgründerin bei der Begrüßung und dankte zugleich Pastor Uwe Wiesner für die großzügige Unterstützung. "So viele Besucher sind ein gutes Zeichen", meinte Wiesner wohlwollend und merkte mit Blick auf die Besucher an, nicht die Länder zu vergessen, in denen Not und Armut herrsche. Und über Not und Armut, drüber konnte Helga Josche dann auch reichlich erzählen. Doch ließ sie erst einmal den Sängern den Vortritt.

Passend zum Thema "Südafrika" gestaltete der Siegen Gospel Choir unter Leitung von Helmut Jost den musikalischen Teil mit dem Musical "Free at last – eine südafrikanische Geschichte". Das von Helmut Jost geschrieben Stück erzählte dann auch mit starken Texten und vielen eindrucksvollen Gospel-Melodien das Leben der Menschen während der Zeit der Apartheid. Mit südafrikanische Songs zu denen sich nicht nur rhythmisch bewegt, sondern auch kräftig geklatscht wurde, sowie zahlreichen Liedern mal in deutscher, mal in englischer Sprache, ließen die 35 Sängerinnen und Sänger "Südafrikas langen Weg zur Versöhnung" nacherleben. Rüdiger Barth verlas dazu die tiefgründigen Texte der bewegende Geschichte. Die begeisterten Besucher spendeten nach den beiden Auftritten stürmischen Applaus, Zugaben wurden gefordert.

Zwischen den beiden Musikblocks informierte Helga Josche noch einmal ausführlich die Besucher über ihre Mission. Mit aktuellen Fotos berichtet sie über ihre Arbeit in der Region KwaZulu-Natal, wo sie mittlerweile schon vier Tagesstätten und eine Suppenküche gründete. Dort werden rund 250 Waisenkinder im Kindergarten- und im Schulalter betreut und mit Essen, Kleidung und Spielzeug versorgt. Zudem zahlt ihnen Ekukhanyeni auch Lehrmaterial, Schuluniformen sowie das Schulgeld, um ihnen eine Perspektive für eine bessere Zukunft zu geben. Ohne die Hilfe würden die Kinder nicht zur Schule gehen, würden ausgegrenzt und diskriminiert.

Helga Josche hilft immer da, wo es am Nötigsten ist. Und während im Hintergrund die Fotos flimmern, erzählte die Wilnsdorferin den Besuchern was da noch so "abgeht" in Südafrika. Ob beim pflanzen kleiner Kohlköpfe, beim Filtern von schmutzigen Wasser oder bei der Verteilung von Obst aus ihrem betagten Fahrzeug. Ohne auf die Tränendrüse zu drücken, nüchtern, aber doch mit einer gehörigen Portion Emotion, zeigt Helga Josche das Arbeiten und Leben in und auf dem Land auf.

Dass rund 80 Prozent der Menschen HIV-infiziert sind, erkläre die vielen Waisenkinder vor Ort. Und die müsse man schützen, würden doch die Mädchen schon in jüngsten Jahren missbraucht. Schutz bieten da die Einrichtungen und die richtige Aids-Aufklärung der älteren Kinder. Helga Josche erklärt es in englischer Sprache. Die Sprache Zulu ist zu schwer, würde zu Verwirrungen und Verwechslungen sorgen, da viel Worte das gleiche bedeuten und nur am "klack" in der Aussprache zu unterscheiden ist. Grüßen tut sie aber in Zulu, das gehört sich so, ist Anstand und verbindet, erklärt Helga Josche. Brücken zu schlagen!

Nach knapp über zwei Stunden ist dann fast alles gesagt. Noch vor Ort unterstützten die Besucher großzügig die Hilfsprojekte von "Ekukhanyeni" mit großzügigen Spenden. Über 4000 Euro kamen zusammen, die KfD Wilnsdorf erhöhte den Betrag um einen 1000 Euro Spendenscheck, den die Vorsitzende Hannelore Neuser überreichte.



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